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Die Zukunft der digitalen Arbeit
15. Oktober 2026

Die Zukunft der digitalen Arbeit: Alles zum Nachlesen

15. Oktober 2026
Die Zukunft der digitalen Arbeit
Von Alexander Roth, Co-Founder & geschäftsführender Gesellschafter von Evernine

Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr hattet eine gute Woche und seid gut nach Hause gekommen.

Vielen Dank, dass ihr am 15. Oktober 2026 bei meinem Vortrag „Die Zukunft der digitalen Arbeit – Teamarbeit in Zeiten von KI“ bei den Digital Talks Oberland im Loft 81 in Schliersee dabei wart. Es war ein toller Abend, und ich habe mich sehr über die vielen Gespräche danach gefreut.


Einige von euch haben nach den Folien, den Studien und den Tools gefragt. Das freut mich sehr. Deshalb habe ich hier alles gesammelt: einfach erklärt und mit kurzen Hinweisen, was sich hinter jedem Link verbirgt. Dazu kommen ein paar Quellen und Tools, die im Vortrag aus Zeitgründen keinen Platz mehr hatten.

Ihr müsst nicht alles auf einmal lesen. Springt einfach direkt zu dem Thema, das euch interessiert.

1. Der Vortrag in einer Minute

Viele Unternehmen haben anfangs gedacht: Wir geben unseren Leuten KI-Tools, machen eine Schulung, und dann läuft das. Wir bei Evernine haben das am Anfang auch so gemacht. Es lief nicht von allein.

Gelernt haben wir drei Dinge:

  • Alles, was sich wiederholt, übernimmt die KI immer mehr. Das sind zum Beispiel Entwürfe, Formatierungen, Varianten, Übersetzungen, Berichte und Daten, die von einem System ins andere wandern.
  • Wenn alle dieselben Tools haben, machen die Menschen den Unterschied. Also ihre Ideen, ihr Urteil, ihre Erfahrung und die Art, wie sie zusammenarbeiten.
  • Teams werden kleiner, aber wichtiger. Es entstehen kleine Projektteams, fast wie kleine Agenturen im Unternehmen. Sie verantworten gemeinsam ein Ergebnis, und Agenten erledigen die Routine.

Das Wichtigste dabei: Der Wandel beginnt bei den Führungskräften. Wer KI selbst vorlebt, nimmt sein Team mit.

2. Marktzahlen: Was gerade in Deutschland passiert

Die meisten Zahlen habe ich im Vortrag schon gezeigt. Hier noch einmal die wichtigsten in Kürze, dazu eine ganz frische Zahl vom Bitkom:

Was

Zahl

Quelle

Unternehmen in Deutschland (ab 20 Beschäftigten), die KI einsetzen

57 % (vor einem Jahr 36 %, vor zwei Jahren 20 %)

Bitkom, September 2026

… davon schöpfen das Potenzial nach eigener Einschätzung voll aus

kein einziges, 59 % überhaupt nicht

Bitkom, September 2026

Unternehmen in Deutschland, die generative KI nutzen

56 %

TÜV-Weiterbildungsstudie 2026

… davon haben ihre Leute auch geschult

nur 27 %

TÜV-Weiterbildungsstudie 2026

Lufthansa baut Verwaltungsstellen ab, unter anderem wegen KI

rund 4.000 bis 2030

Unternehmensangaben / Presse

Allianz Partners streicht Stellen im Callcenter

rund 1.800

Süddeutsche Zeitung / Versicherungsmonitor

Stellenanzeigen für klassische Bürojobs

brechen deutlich ein

Indeed-Daten, berichtet von der WirtschaftsWoche

Jobs in Deutschland, die sich bis 2040 durch KI verschieben

rund 800.000 fallen weg, rund 800.000 entstehen neu, allerdings in anderen Branchen

IAB/BIBB/GWS, Forschungsbericht 23/2025

Unternehmen, die mit KI ihre Hierarchien flacher machen

jedes fünfte (Prognose)

Gartner, Oktober 2024

 

Was heißt das in einfachen Worten? KI ist in den Unternehmen angekommen, aber die meisten stehen noch ganz am Anfang. Viele nutzen die Tools, ohne ihre Leute richtig darauf vorzubereiten. Das große Potenzial kommt also erst noch. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagt dazu, KI sei in der Breite der Wirtschaft angekommen, und zwar in einem Tempo, das man bei keiner Technologie zuvor gesehen habe.

👉 Bitkom-Pressemitteilung „Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI“

👉 Bitkom-Studienbericht „Künstliche Intelligenz in Deutschland“

Wichtig ist auch: Neue Jobs entstehen meist nicht dort, wo alte wegfallen. Laut IAB wachsen zum Beispiel IT- und Informationsdienstleister, während klassische Unternehmensdienstleistungen Stellen verlieren. Für jeden Einzelnen heißt das: Es lohnt sich, jetzt dazuzulernen.

3. Was jetzt zu tun ist: sieben Schritte, der EU AI Act und kostenlose KI-Schulen

Ihr braucht dafür kein Technikstudium. Diese Schritte funktionieren für Einzelne, für Teams und für ganze Firmen.

1. Einfach anfangen, jeden Tag ein bisschen.

Nehmt euch täglich 15 Minuten und probiert eine Aufgabe mit KI aus: eine E-Mail, eine Zusammenfassung, eine Präsentation. Ihr lernt am schnellsten, wenn ihr es tut.

2. Routine aufschreiben.

Schreibt eine Woche lang auf, was ihr immer wieder gleich macht. Genau dort hilft KI am meisten.

3. Schulen statt nur Tools verteilen.

Ein Tool allein verändert noch nichts. Gute Schulungen und ein fester Austausch im Team machen den Unterschied. Übrigens: Der EU AI Act (Artikel 4) verpflichtet Unternehmen, die KI einsetzen, ihre Mitarbeitenden beim Aufbau von KI-Kompetenz zu unterstützen. Mehr dazu weiter unten.

4. Führungskräfte gehen voran.

Studien von Microsoft und BCG zeigen: Wenn Führungskräfte KI selbst nutzen und offen darüber sprechen, ziehen die Teams viel eher mit.

5. Teams bewusst zusammenstellen.

Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Stärken sind mit KI noch stärker. Wer sich gut ergänzt, kommt auf die besseren Ideen.

6. Miteinander reden, auch ganz klassisch.

KI ersetzt nicht das Gespräch. Telefon, Kaffee, Treffen vor Ort: Gerade jetzt, wo viel automatisch läuft, ist der persönliche Austausch wertvoller denn je.

7. Verantwortung übernehmen.

Die KI liefert Vorschläge, die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen. Wer prüft, entscheidet und dafür geradesteht, wird wichtiger.

Gut zu wissen: Was der EU AI Act für euch bedeutet

Der EU AI Act (auf Deutsch: KI-Verordnung) ist das europäische Gesetz für künstliche Intelligenz. Für die meisten Unternehmen ist vor allem Artikel 4 wichtig: Wer KI im Job einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden lernen, gut und verantwortungsvoll damit umzugehen. Ganz einfach gesagt: KI nutzen ja, aber mit Wissen.

Gut zu wissen dabei: - Es gibt kein Pflicht-Zertifikat und keine vorgeschriebene Standardschulung. Jedes Unternehmen wählt den Weg, der zu ihm passt. - Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Schulungen kurz zu dokumentieren, also festzuhalten, wer was gelernt hat. - In Deutschland ist seit Sommer 2026 die Bundesnetzagenturdie zentrale Anlaufstelle für die KI-Verordnung.

Hier findet ihr verständliche und kostenlose Hilfe:

  • KI-Service Desk der Bundesnetzagentur Die offizielle deutsche Anlaufstelle für Fragen zur KI-Verordnung. Mit einem interaktiven „Compliance Kompass“, mit dem ihr Schritt für Schritt prüfen könnt, was für euer Unternehmen gilt, und mit Beispielen aus der Praxis. 👉 KI-Service Desk der Bundesnetzagentur
  • Hinweispapier „KI-Kompetenzen nach Artikel 4“ der Bundesnetzagentur Ein kurzes PDF, das erklärt, was KI-Kompetenz bedeutet und wie Unternehmen sie aufbauen können. Gut als Checkliste. 👉 Hinweispapier als PDF
  • IHK München: AI Act für Unternehmen Ein übersichtlicher Ratgeber der IHK mit den wichtigsten Regeln, Fristen und Hinweisen auf kostenlose Webinare. 👉 Ratgeber der IHK München
  • Artikel 4 im Wortlaut auf Deutsch Wer den Gesetzestext selbst lesen möchte: Er ist nur wenige Sätze lang. 👉 Art. 4 KI-Verordnung auf Deutsch
  • KI-Campus Die Lernplattform für KI, gefördert vom Bundesforschungsministerium. Viele kurze Kurse, Videos und Podcasts, von den Grundlagen bis zu KI im Beruf. 👉 KI-Campus
  • Elements of AI Ein Online-Grundkurs der Universität Helsinki, den weltweit schon über eine Million Menschen gemacht haben. Ohne Vorkenntnisse, ohne Mathe, mit Zertifikat am Ende. 👉 Elements of AI
  • Mittelstand-Digital: „KI-Kompetenz für Ihr KMU“ Ein kostenloser Online-Kurs speziell für kleine und mittlere Unternehmen, entwickelt von appliedAI und den Mittelstand-Digital Zentren des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Zentren bieten außerdem kostenlose Workshops vor Ort an. 👉 Kurs beim Mittelstand-Digital Zentrum Berlin 👉 Alle Mittelstand-Digital Zentren in eurer Nähe
  • Google Zukunftswerkstatt Kostenlose KI-Trainings von Google, online und live, von „Was ist KI?“ bis zu KI im Arbeitsalltag. In Deutschland haben schon fast zwei Millionen Menschen an der Zukunftswerkstatt teilgenommen. 👉 KI-Trainings der Google Zukunftswerkstatt
  • Microsoft Learn Kostenlose Lernpfade zu Copilot, KI-Grundlagen und verantwortungsvoller KI. Ideal für alle, die mit Microsoft 365 arbeiten. 👉 Microsoft Learn auf Deutsch

Kostenlos KI lernen: die besten KI-Schulen im Netz

Ihr müsst für den Einstieg kein Geld ausgeben. Diese Angebote sind kostenlos, auf Deutsch und auch für Anfänger gut geeignet:

Mein Tipp: Sucht euch einen Kurs aus und macht ihn gemeinsam mit zwei, drei Kolleginnen und Kollegen. Zusammen lernt es sich leichter, und ihr habt gleich jemanden zum Ausprobieren und Austauschen.

4. Stimmen, Studien und Links zum Weiterlesen

Stimmen aus dem Vortrag

  • Dario Amodei, Chef von Anthropic (der Firma hinter Claude), im Interview Amodei spricht darüber, wie stark KI gerade Einstiegsjobs im Büro verändern könnte. 👉 Video auf YouTube ansehen
  • Erik Brynjolfsson, Stanford-Ökonom, im Video-Interview (Juli 2026) Brynjolfsson erklärt anhand echter Daten, wie KI den Arbeitsmarkt schon heute verändert, welche Einstiegsjobs schrumpfen und warum Führungskräfte künftig ganze Gruppen von KI-Agenten steuern. Sein Tipp für den eigenen Marktwert ist die „Flugticket-Regel“: Was so wertvoll ist, dass jemand dafür ein Flugticket bezahlt, also persönliche Präsenz, Vertrauen oder schwierige Verhandlungen, behält seinen Wert. Auf der Seite findet ihr das Video (Englisch) und eine deutsche Zusammenfassung. 👉 Interview mit deutscher Zusammenfassung bei „Die KI Woche“
  • IAB-Forum: „KI als Jobkiller für Berufseinsteiger?“ (Oktober 2026) Das IAB prüft, ob die Stanford-Ergebnisse zu jungen Berufseinsteigern auch für Deutschland gelten. Kostenlos und auf Deutsch. 👉 Artikel im IAB-Forum lesen
  • Ethan Mollick, Professor an der Wharton School Er schreibt einen der verständlichsten Blogs über KI im Arbeitsalltag. 👉 One Useful Thing – Mollicks Blog
  • IAB-Studie: KI und der deutsche Arbeitsmarkt Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, welche Branchen in Deutschland durch KI Jobs verlieren und welche dazugewinnen. 👉 Überblicksseite des IAB 👉 Ganzer Forschungsbericht als PDF
  • Microsoft Work Trend Index Eine große jährliche Umfrage von Microsoft und LinkedIn: Wie nutzen Menschen KI im Job, und was machen erfolgreiche Firmen anders? (auf Englisch) 👉 Work Trend Index von Microsoft
  • BCG „AI at Work“ Die Boston Consulting Group befragt jedes Jahr Tausende Beschäftigte. Ein Ergebnis: Wenn Führungskräfte KI klar unterstützen, sind deutlich mehr Mitarbeitende positiv gestimmt (55 % statt 15 %). (auf Englisch) 👉 BCG-Studie „AI at Work“
  • World Economic Forum: Future of Jobs Report 2025 Ein weltweiter Blick darauf, welche Fähigkeiten in Zukunft gefragt sind. Spannend vor allem der Teil zu den Skills. (auf Englisch) 👉 Future of Jobs Report 2025
  • EU AI Act, Artikel 4: Pflicht zur KI-Kompetenz Hier steht im Original, dass Unternehmen ihre Mitarbeitenden im Umgang mit KI befähigen müssen. Kurz und gut lesbar. 👉 Artikel 4 des EU AI Act

Studien, einfach erklärt

Stanford Digital Economy Lab: „Canaries in the Coal Mine?“ (Update August 2026) Brynjolfsson und sein Team werten Millionen echter Gehaltsdaten aus den USA aus. Ergebnis des Updates: In Berufen, die stark von KI betroffen sind, haben junge Berufseinsteiger (22 bis 25 Jahre) heute 19 % weniger Jobs als in anderen Berufen. Erfahrene Kräfte sind bisher kaum betroffen. Für Firmen heißt das: Einstiegsjobs bewusst so gestalten, dass junge Leute dort noch lernen können. (auf Englisch) 👉 Stanford Digital Economy Lab 👉 Deutsche Zusammenfassung des Updates bei ki-im-personalwesen.de

5. Teams und Führung: Was gute Teams mit KI ausmacht

Für mich ist das der spannendste Teil. Hier die Studien, auf die ich mich im Vortrag gestützt habe:

  • Procter & Gamble: „The Cybernetic Teammate“ Forschende aus Harvard und Wharton haben bei P&G getestet: Wer arbeitet besser, allein oder im Team, mit oder ohne KI? Ergebnis: Teams aus verschiedenen Bereichen, die mit KI gearbeitet haben, kamen rund dreimal so oft auf Top-Ideen. Die KI wirkt also im Team am stärksten. 👉 Ethan Mollick erklärt die Studie (Englisch)
  • Brynjolfsson, Li, Raymond: „Generative AI at Work“ Eine Studie in einem echten Kundenservice. Mit KI wurden alle schneller, Einsteiger sogar um rund 34 %. Die KI gibt das Wissen der Erfahrenen an die Neuen weiter. 👉 Studie beim NBER (Englisch)
  • Alex Pentland (MIT): „The New Science of Building Great Teams“ Pentland hat gemessen, wie Teams miteinander sprechen. Sein Ergebnis: Wie ein Team kommuniziert, sagt viel über seinen Erfolg aus. Der persönliche Austausch spielt dabei eine große Rolle. 👉 Artikel in der Harvard Business Review (Englisch)
  • Meredith Belbin: Teamrollen Der Klassiker zur Frage, welche Rollen ein gutes Team braucht. Belbin hat schon in den 1970ern gezeigt: Gemischte Teams schlagen Teams aus lauter „Superstars“. 👉 Offizielle Belbin-Seite (Englisch)
  • Klarna: Warum der Mensch zurückkam Der Zahlungsanbieter Klarna hat viel Kundenservice auf KI umgestellt. 2025 hat das Unternehmen wieder mehr auf Menschen gesetzt, weil Kundinnen und Kunden den persönlichen Kontakt vermisst haben. Ein schönes Beispiel dafür, dass Kommunikation und Empathie wichtig bleiben. Berichtet hat unter anderem Bloomberg (Mai 2025).
  • LinkedIn „Skills on the Rise“ Die Liste der Fähigkeiten, die am schnellsten gefragter werden. Ganz oben: KI-Kompetenz, aber auch Konflikte lösen und Anpassungsfähigkeit. 👉 LinkedIn Skills on the Rise

6. Design: Was sich ändert und was jetzt zu tun ist

Mein Einstieg im Vortrag war ein Video von The Angry Designer. Die Reaktion aus meinem Team war das Video einer jungen Grafikdesignerin, das sie sich gegenseitig geschickt haben. Beides zeigt: Kaum eine Branche spürt KI so direkt wie das Design.

Was sich ändert

  • Fleißarbeit geht an die Tools. Freisteller, Formatanpassungen, Varianten für Social Media, Bildretusche und Übersetzungen von Layouts gehen heute in Minuten.
  • Nicht alles wird ein KI-Bild. KI hilft oft im Prozess: bei Moodboards, ersten Skizzen, Varianten. Das fertige Ergebnis kann trotzdem ein klassisches Foto, eine Illustration oder eine starke Typografie sein.
  • Idee, Konzept und Geschmack werden wertvoller. Wenn alle dieselben Tools haben, gewinnt, wer die bessere Idee hat und die Marke wirklich versteht.
  • Freie Designerinnen und Designer werden Teil kleiner Projektteams. Agenturen und Unternehmen holen sich Spezialistinnen und Spezialisten gezielt für ein Projekt dazu. Das passt genau zur Gig-Economy, über die wir im Vortrag gesprochen haben.
  • AGD – Allianz deutscher Designer: „Design und KI“ Der Berufsverband der selbstständigen Designer in Deutschland hat einen eigenen KI-Beirat. Auf dieser Seite findet ihr die Positionen und Neuigkeiten des Verbands zu KI, zum Beispiel zur Frage, wie Designer für die Nutzung ihrer Werke durch KI fair vergütet werden. 👉 AGD: Design und KI
  • Designerwissen der AGD Eine Wissensdatenbank mit praktischen Beiträgen, zum Beispiel „KI-Designs verwerten: Rechte, Schutzfähigkeit und KSA im Blick“ oder „KI in der Analyse: Tools, Nutzungsbedingungen und Datenschutz“. 👉 Designerwissen – die Wissensdatenbank
  • **Rat für Formgebung (German Design Council): „Was sich für Designer*innen jetzt rechtlich ändert“** Ein gut verständlicher Artikel zu Urheberrecht, Kennzeichnungspflicht und dazu, wie man KI-Designs von Anfang an rechtlich sauber plant. 👉 Artikel beim German Design Council
  • The Angry Designer (YouTube) Ein Podcast und YouTube-Kanal für Grafikdesigner, ehrlich und mit vielen Praxistipps. Von hier stammt das Video „How AI Changed The Future of Graphic Design Forever“ aus dem Vortrag. (auf Englisch) 👉 The Angry Designer auf YouTube
  • Das Video der Grafikdesignerin (Instagram) Das kurze Video, das in meinem Team die Runde gemacht hat: eine Designerin erzählt mit viel Humor, wie sich ihr Job durch KI verändert. 👉 Reel auf Instagram ansehen
  • The Futur (YouTube) Ein großer Kanal rund um Design, Kreativität und Business, mit vielen Folgen dazu, wie Designer mit KI ihr Angebot weiterentwickeln. (auf Englisch) 👉 The Futur auf YouTube

Was jetzt zu tun ist

  1. Die wichtigsten Tools kennenlernen. Ihr müsst nicht alles können, aber wissen, was möglich ist.
  2. Das eigene Profil schärfen. Konzept, Markenverständnis, Beratung und Kundengespräch sind eure Stärken.
  3. Auf Bildrechte achten. Für Kundenprojekte eignen sich Tools mit klaren Lizenzen, zum Beispiel Adobe Firefly, das mit lizenzierten Inhalten trainiert wurde. Gut zu wissen: Rein KI-generierte Werke sind nach deutschem Recht nicht urheberrechtlich geschützt. Geschützt ist, was ihr selbst gestaltet. Euer eigener kreativer Anteil ist also auch rechtlich euer Wert.
  4. KI-Inhalte kennzeichnen. Der EU AI Act verlangt seit August 2026, dass bestimmte KI-Inhalte klar als solche erkennbar sind. Am besten klärt ihr gleich zu Projektbeginn mit dem Kunden, wo KI im Spiel ist.
  5. Im Portfolio den Denkweg zeigen. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Idee dahinter.
  6. Sich vernetzen. Wer gut mit Agenturen und Inhouse-Teams zusammenarbeitet, wird in den neuen Projektteams gebraucht.

Rat und Recht für Designerinnen und Designer (auf Deutsch)

  • AGD – Allianz deutscher Designer: „Design und KI“ Der Berufsverband der selbstständigen Designer in Deutschland hat einen eigenen KI-Beirat. Auf dieser Seite findet ihr die Positionen und Neuigkeiten des Verbands zu KI, zum Beispiel zur Frage, wie Designer für die Nutzung ihrer Werke durch KI fair vergütet werden. 👉 AGD: Design und KI
  • Designerwissen der AGD Eine Wissensdatenbank mit praktischen Beiträgen, zum Beispiel „KI-Designs verwerten: Rechte, Schutzfähigkeit und KSA im Blick“ oder „KI in der Analyse: Tools, Nutzungsbedingungen und Datenschutz“. 👉 Designerwissen – die Wissensdatenbank
  • Rat für Formgebung (German Design Council): „Was sich für Designer*innen jetzt rechtlich ändert“ Ein gut verständlicher Artikel zu Urheberrecht, Kennzeichnungspflicht und dazu, wie man KI-Designs von Anfang an rechtlich sauber plant. 👉 Artikel beim German Design Council

Videos und Kanäle zum Thema Design

  • The Angry Designer (YouTube) Ein Podcast und YouTube-Kanal für Grafikdesigner, ehrlich und mit vielen Praxistipps. Von hier stammt das Video „How AI Changed The Future of Graphic Design Forever“ aus dem Vortrag. (auf Englisch) 👉 The Angry Designer auf YouTube
  • Das Video der Grafikdesignerin (Instagram) Das kurze Video, das in meinem Team die Runde gemacht hat: eine Designerin erzählt mit viel Humor, wie sich ihr Job durch KI verändert. 👉 Reel auf Instagram ansehen
  • The Futur (YouTube) Ein großer Kanal rund um Design, Kreativität und Business, mit vielen Folgen dazu, wie Designer mit KI ihr Angebot weiterentwickeln. (auf Englisch) 👉 The Futur auf YouTube

7. Tools für Designerinnen und Designer

Eine lose Auswahl an Empfehlungen. Viele Tools haben eine kostenlose Testversion. Probiert einfach aus, was zu euch passt.

Bilder und Grafiken

Tool

Was es macht

Gut für

Adobe Firefly

Erstellt und bearbeitet Bilder per Texteingabe, auch direkt in Photoshop

Kundenprojekte mit klaren Bildrechten

Adobe Photoshop

Der Klassiker, jetzt mit KI-Funktionen wie „Generatives Füllen“

Retusche, Bildbereiche erweitern oder entfernen

Midjourney

Erzeugt sehr hochwertige, künstlerische Bilder aus Text

Moodboards, Ideen, Stilrichtungen

Ideogram

KI-Bilder, in denen Schrift sauber dargestellt wird

Plakate, Social-Media-Grafiken mit Text

Recraft

Erstellt Vektorgrafiken, Icons und Illustrationen im einheitlichen Stil

Icon-Sets, Illustrationen, Markenstil

Krea

Bilder in Echtzeit entwickeln und hochrechnen

Schnelle Entwürfe, Varianten

Magnific

Rechnet Bilder hoch und fügt Details hinzu

Bilder für große Formate

remove.bg

Entfernt den Hintergrund eines Fotos mit einem Klick

Freisteller, Produktbilder

Layout und Gestaltung

Tool

Was es macht

Gut für

Figma

Gemeinsam Layouts, Websites und Apps gestalten, mit KI-Funktionen

Teamarbeit, Web- und App-Design

Canva

Einfaches Design-Tool mit Vorlagen und KI-Helfern

Schnelle Grafiken, auch für Nicht-Designer

Affinity

Profi-Programm für Fotos, Grafiken und Layout

Eine Alternative zu Adobe

Framer

Websites gestalten und direkt veröffentlichen, ohne Programmieren

Landingpages, Portfolios

Spline

3D-Grafiken direkt im Browser gestalten

3D-Elemente für Web und Präsentationen

Farben

Tool

Was es macht

Gut für

Coolors

Erstellt passende Farbpaletten mit einem Tastendruck

Farbwelten für Marken und Projekte

Adobe Color

Farbpaletten erstellen und auf Barrierefreiheit prüfen

Gut lesbare Farbkombinationen

Video

Tool

Was es macht

Gut für

Runway

Erstellt und bearbeitet Videos mit KI

Kurze Clips, Effekte, Ideenfilme

Google Flow (Veo)

Googles KI-Videotool, erzeugt Videos aus Text und Bildern

Animierte Szenen, Storyboards

Kling

Erzeugt realistische Videoclips aus Text oder Bild

Social-Media-Videos

8. Tools für die klassische Büroarbeit

Auch hier eine lose Auswahl an Empfehlungen, teils aus dem Vortrag, teils als Ergänzung. Ein kleiner Tipp vorab: Für Firmendaten eignen sich am besten Tools mit einer Firmenlizenz, die eure Daten geschützt verarbeiten.

KI-Assistenten für jeden Tag

Tool

Was es macht

Gut für

Langdock

Eine KI-Plattform aus Deutschland. Ihr könnt verschiedene KI-Modelle nutzen und eigene Assistenten bauen, datenschutzfreundlich

Firmen, die KI für alle sicher einführen wollen. Bei Evernine ist Langdock das Herzstück unseres eigenen KI-Betriebssystems

Microsoft 365 Copilot

KI direkt in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams

Präsentationen aus Dokumenten, Mails zusammenfassen, Berichte

ChatGPT

Der bekannteste KI-Chat von OpenAI

Texte, Ideen, Recherche, Fragen aller Art

Claude

KI-Assistent von Anthropic, stark bei langen Texten. Mit Claude Cowork übernimmt die KI auf Wunsch Aufgaben direkt am Rechner, mit Claude Code baut sie Programme und Automationen

Lange Dokumente, Analysen, eigene kleine Tools

Google Gemini

Googles KI, auch in Gmail, Docs und Sheets eingebaut

Alle, die mit Google Workspace arbeiten

Recherche und Wissen

Tool

Was es macht

Gut für

Perplexity

Eine Suchmaschine, die Antworten mit Quellen liefert

Schnelle Recherche mit Belegen

NotebookLM

Ihr ladet eigene Dokumente hoch, und die KI beantwortet Fragen dazu. Sie macht daraus sogar einen kleinen Podcast

Studien, Handbücher, lange PDFs verstehen

DeepL

Übersetzer aus Köln. Mit DeepL Write verbessert er auch eure Texte

Übersetzungen, Mails in Fremdsprachen

Präsentationen und Visualisierung

Tool

Was es macht

Gut für

Gamma

Erstellt aus einer kurzen Beschreibung eine fertige Präsentation

Schnelle erste Entwürfe

Napkin AI

Verwandelt Text in Grafiken und Schaubilder

Abläufe und Ideen anschaulich machen

Organisation, Projekte und Kunden

Tool

Was es macht

Gut für

Notion

Notizen, Wiki und Projekte an einem Ort, mit KI

Gemeinsames Firmenwissen. Bei uns liegen hier Regeln und Wiki

HubSpot

Kundenverwaltung (CRM) für Marketing, Vertrieb und Service, mit KI-Helfern

Kundendaten, Kampagnen, Vertrieb

MOCO

Projekte, Zeiten und Rechnungen für Agenturen und Dienstleister

Projektcontrolling, Angebote, Rechnungen

monday.com

Übersichtliche Projekt- und Aufgabenplanung im Team

Teamprojekte, Aufgaben im Blick

Motion

Plant euren Kalender und eure Aufgaben automatisch

Den eigenen Tag besser organisieren

Meetings und Kommunikation

Tool

Was es macht

Gut für

tl;dv

Nimmt Meetings auf und schreibt Zusammenfassungen

Protokolle ohne Mitschreiben

Fireflies

Transkribiert Meetings und findet die wichtigsten Punkte

Aufgaben aus Meetings festhalten

Loom

Kurze Bildschirmvideos aufnehmen und teilen

Etwas erklären, ohne ein Meeting anzusetzen

Automatisieren und selbst bauen

Tool

Was es macht

Gut für

Zapier

Verbindet Apps miteinander, ohne Programmieren

Einfache Abläufe, z. B. „neue Anfrage → Eintrag im CRM“

Make

Wie Zapier, mit mehr Möglichkeiten für größere Abläufe

Etwas komplexere Automationen

n8n

Automationen mit KI-Agenten, auch auf eigenen Servern

Firmen mit hohem Datenschutzanspruch

Microsoft Copilot Studio

Eigene KI-Agenten für Microsoft 365 bauen

Unternehmen, die stark mit Microsoft arbeiten

Lovable

Baut aus einer Beschreibung eine fertige kleine App oder Website

Prototypen und kleine interne Tools

 

9. Bücher und Podcasts

Bücher

  • Alexander Roth, Klaus Weinmann, Dr. Ronald Wiltscheck: „Raus aus dem Stillstand“ (Haufe, 2025) Mein Buch mit Klaus Weinmann (Großinvestor und CANCOM-Gründer) und dem Journalisten Dr. Ronald Wiltscheck. Es geht darum, wie Unternehmen und Menschen wieder in Bewegung kommen. Mehr dazu erfahrt Ihr hier. 
  • Ethan Mollick: „Co-Intelligence. Living and Working with AI“ (2024) Das wohl verständlichste Buch darüber, wie man mit KI zusammenarbeitet. Locker geschrieben, viele Beispiele.
  • Thomas Erikson: „Überall Idioten“ (Original: „Surrounded by Idiots“) Ein Bestseller über die vier Farbtypen. Leicht zu lesen und unterhaltsam, ein guter Einstieg in die Farbenlehre.
  • Meredith Belbin: „Management Teams“ (1981) Der Klassiker zu Teamrollen. Etwas älter, aber bis heute die Grundlage vieler Teamtrainings.

Podcasts

Für alle, die lieber hören als lesen, etwa beim Autofahren oder Spazierengehen:

  • „KI verstehen“ (Deutschlandfunk) Jede Woche eine Frage rund um KI im Alltag, verständlich erklärt von Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten. Etwa 40 Minuten pro Folge. Ideal für Einsteiger. 👉 KI verstehen beim Deutschlandfunk
  • „KI kapiert“ (KI-Campus) Der Podcast des KI-Campus. Gäste aus Hochschulen, Schulen und Wirtschaft erzählen, wie KI ihren Beruf und unseren Alltag verändert. 👉 Die Podcast-Empfehlungen des KI-Campus
  • „AI to the DNA“ (Christoph Magnussen) Ein deutscher Unternehmer zeigt, wie man KI ganz praktisch im Arbeitsalltag und im eigenen Unternehmen einsetzt. Laut einer Auswertung der Spotify-Charts gehört er zu den beliebtesten KI-Podcasts in Deutschland. Zu finden auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.
  • „Kollegin KI“ (OMR) Aus dem Netzwerk der Online Marketing Rockstars. Es geht darum, wie KI-Tools im Job eingesetzt werden und wie sich Abläufe damit automatisieren lassen. Ebenfalls auf Spotify und Apple Podcasts.

 

10. Farbenlehre: Welcher Typ bist du?

Im Vortrag haben wir über die vier Farbtypen gesprochen. Die Idee dahinter geht auf den Psychologen William Marston (1928) zurück und ist heute als DISG-Modell bekannt. Meine wichtigste Botschaft dazu: KI ändert nicht, wer wir sind. Sie verstärkt, was wir ohnehin gut können.

Farbe

Typ

So sind sie

Mit KI …

🔴 Rot

Die Entschlossenen

direkt, schnell, wollen Ergebnisse

… entscheiden sie noch schneller

🟡 Gelb

Die Begeisternden

kreativ, kommunikativ, voller Ideen

… haben sie noch mehr Ideen

🟢 Grün

Die Verbindenden

hilfsbereit, geduldig, halten zusammen

… halten sie das Team noch besser zusammen

🔵 Blau

Die Gründlichen

analytisch, genau, wollen es richtig machen

… arbeiten sie noch gründlicher

Niemand ist nur eine Farbe. Die meisten von uns sind eine Mischung, mit einer oder zwei Farben, die stärker sind. Spannend wird es im Team: Für neue Ideen passt zum Beispiel Gelb, Rot und Blau gut zusammen. In der Kundenbetreuung helfen Grün und Gelb.

Kostenlose Tests zum Ausprobieren

  • Profiling Institut: DISG-Persönlichkeitstest 24 Aussagen, ohne Anmeldung, das Ergebnis seht ihr direkt im Browser. Dauert nur ein paar Minuten. 👉 Zum Test beim Profiling Institut
  • 123test: DISG-Persönlichkeitstest Ein kostenloser Online-Test mit ausführlicher Auswertung. 👉 Zum Test bei 123test
  • Greator: Persönlichkeitstest Ein kostenloser DISG-Test mit leicht verständlicher Erklärung der Ergebnisse. 👉 Zum Test bei Greator
  • Welche Farbe bist du? Ein kurzer, spielerischer Farbtest, gut für einen schnellen ersten Eindruck. 👉 welchefarbebistdu.com
  • Hintergrund zum Vier-Farben-Modell Ein verständlicher Artikel von teamazing, der das Modell erklärt und auch einordnet, wo seine Grenzen liegen. 👉 Artikel bei teamazing

Mein Tipp: Macht den Test gemeinsam mit eurem Team und sprecht danach darüber. Das bringt oft mehr als jeder Workshop.

Zum Schluss

Die Zukunft der Arbeit ist kein Thema für irgendwann. Sie beginnt gerade, in jedem Team und bei jedem Einzelnen. Einzelarbeit bleibt, Teamarbeit wird wichtiger. Und am Ende machen die Menschen den Unterschied.

Ich freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben. Schreibt mir gern eine Mail an a.roth@evernine.de oder vernetzt euch mit mir auf LinkedIn.

Herzliche Grüße aus Schliersee

Euer Alexander Roth

Quelle Titelbild: Evernine / KI-generiert

 


 



 

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